Forschungsergebnisse aus jüngerer Zeit haben ergeben, dass Enzyme eine ausschlaggebende Rolle bei der Entwicklung aber auch bei der Diagnostik von Darmkrebszellen spielen. Damit Tumorzelle sich ungehindert vermehren können sind Enzyme nötig, die dem Körper bei der Erneuerung der Zellen signalisieren dies zu tun. Ohne diese speziellen Enzyme würde ein krankhaftes Wachstum bestimmter Zellen nicht möglich. Daraus haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum in Gießen ein Methode entwickelt Darmkrebszellen zu diagnostizieren.
Die Enzyme, die für das Wachstum von Polypen und Tumoren unerlässlich sind, geben ihn nun auch preis. Dazu ist es nur nötig eine Stuhlprobe auf eine spezielle (Tumor M2-Pk) Enzymart zu untersuchen, um mit 60-90 % Sicherheit davon ausgehen zu können, dass zumindest ein behandlungswürdige Vorstufe von Darmkrebs vorhanden ist. Da auf Grund des langsamen Wachstums von Darmkrebs auch die Intervalle der Untersuchungen häufig entsprechend langfristig angelegt sind, ist die Treffsicherheit der Tests ausschlaggebend. Denn werden ungefährliche, gutartige Wucherungen im Darm, sogenannte Polypen rechtzeitig erkannt, kann man Darmkrebs mit nahezu 100 % Sicherheit verhindern.
Dass in Deutschland jährlich trotzdem etwa 30.000 Menschen an dieser Krankheit sterben, ist deshalb nahezu unverständlich. Gründe hierfür liegen vor allen Dingen an dem unauffälligem Verlauf der Krankheit, die eigentlich erst wahrnehmbare Symptome entwickelt, wenn der Darmkrebs sich schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Deshalb empfinden viele es als unnötig sich der angeratenen Darmkrebsvorsorge zu unterziehen. Ein weiterer Anhaltspunkt für das mangelnde Interesse an Darmkrebstests begründet sich in der Tabuisierung dieses Themas, dass in die heikle Intimsphäre einer Person eingreift.
Eine Koloskopie, die immer noch Goldstandart der Darmkrebsfrüherkennung ist (Dr. Philip Hardt, Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Gießen), wird auch aus den vorgenannten Gründen als äußerst unangenehm erlebt. Da aber mit zunehmendem Alter immer mehr Menschen gutartige Vorstufen von Darmkrebs entwickeln, die sich mit 90% Sicherheit mit genügend Zeit fürs Wachstum zu Krebs entwickeln, sollte mit einer so einfachen Möglichkeit, wie der Untersuchung des Stuhls auf aussagekräftige Enzyme, ein Umdenken eingeleitet werden.
Eingetragen am: Montag, 09. Oktober 2006 | Kategorie: Medizin.