Parodontose – diese Diagnose des Zahnarztes kann unter Umständen für den Patienten weitreichende Folgen haben, die letztlich den völligen Zahnverlust bedeuten könnte. Parodontose ist eine überwiegend entzündliche Veränderung des am Zahn grenzenden Gewebes. Dazu zählen das Zahnfleisch, die Mundschleimhäute und insbesondere das Kieferknochengewebe. Hervorgerufen wird diese Erkrankung durch mehr oder weniger starken Befall von Bakterien und äußert sich neben der Entzündung durch Zahnfleischbluten. In fortgeschrittenem Stadium wird der Zahnarzt die Bildung von Zahnfleischtaschen feststellen – hierbei löst sich das den Zahn umgebende Zahnfleisch und in diesen Taschen finden Bakterien idealen "Unterschlupf" und Nährboden. Eine weitere Steigerung stellt die Rückbildung des Knochengewebes dar, wodurch die Zähne regelrecht den Halt verlieren.

Die Ursachen für Parodontose wurden früher fast ausschließlich in unzulänglicher Mundhygiene gesehen, heute weiß man, dass diverse Krankheiten mit Schuld an dieser problematischen Gewebeveränderung sind. Zum großen Teil liegt es aber in der Hand des Patienten, hier vorzubeugen und Einfluss zu nehmen. Eine regelmäßige Dentalhygiene Behandlung (professionelle Zahnreinigung) ist wichtig um Raucherschäden vorzubeugen. Stark begünstigend für eine Parodontose wirkt sich u. a. das Rauchen aus. Die vielfältigen negativen Auswirkungen des Nokotingenusses auf den Körper spielen auch im Dentalbereich eine entsprechende Rolle.

Durch die Entstehung von Kohlenmonoxid beim Rauchen wird die Zufuhr von Sauerstoff für den Körper in dem Maße eingeschränkt, dass die optimale Durchblutung und damit die ausreichende Versorgung des Gewebes und der Organe, nicht mehr gewährleistet ist. Diese Durchblutungsstörung verzögert gleichzeitig ein frühzeitig auftretendes Zahnfleischbluten, was als Alarmsignal oftmals das vielleicht noch rechtzeitige Aufsuchen eines Zahnarztes bewirken würde.

Weiterhin wird durch das Rauchen die Fähigkeit des Körpers, wichtige Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen und zu speichern, drastisch gesenkt. Es kommt automatisch zu einer Unterversorgung und so zur Störung der Abwehrmechanismen. Bakterien haben also auf diese Weise ein viel leichteres Spiel, Entzündungen entstehen eher, breiten sich rascher aus und sind schwerer zu bekämpfen. Außerdem kann sich ein vermehrtes Vorhandensein von Bakterien im Mund- und Rachenraum wiederum nachteilig auf die Magen- und Darmfunktion auswirken.

Die mangelhafte Bereitstellung an Mineralien trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die Knochensubstanz nicht mehr regenerieren kann. Im Allgemeinen ist dies zwar ohnehin ein sehr langwieriger Prozess – trägt aber dennoch zum Aufhalten von Parodontose bei. Raucher bewirken mit ihrem Verhalten dagegen eine Beschleunigung des Substanzabbaus.

Trotz aller Bemühungen gelingt es Zahnärzten in weitaus weiniger Fällen, betroffene Patienten vor dem Fortschreiten einer festgestellten Parodontose zu bewahren, wenn es sich um Raucher handelt, als bei Nichtrauchern. Die Erhaltung der Zähne sollte neben der Gesunderhaltung überhaupt im Interesse jedes Menschen liegen, zumal die Notwendigkeit von einzelnem Zahnersatz bei Parodontose Probleme bereitet, wenn der Kieferknochen nicht mehr genügend Halt bieten kann. Die Folge ist dann ein totaler Zahnersatz.

Nicht unbeachtlich ist der finanzielle Aspekt. Die durch Nikotin gelb und braun verfärbten Zähne sind ohne regelmäßiges Bleichen doch sehr unansehnlich. Die Kosten für das Bleichen aus kosmetischem Grund werden aber nicht von der Krankenkasse getragen, sondern gehen ausschließlich zu Lasten des Patienten. Ist das Anfertigen und Anpassen von Zahnersatz nicht mehr zu vermeiden, sind auch diese Aufwendungen überwiegend vom Patienten zu finanzieren. All diese Tatsachen sollten Rauchern Grund genug geben, dem Laster Nikotin zu entsagen, um den Mitmenschen dann mit einem strahlenden Lächeln zu begegnen.