Schimmelpilze sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Natur. Sie tragen zur Zersetzung organischer Materien bei, wodurch der biologische Kreislauf erst ermöglicht wird: Die einzelnen Bestandteile gelangen wieder in unser Ökosystem, in dem sie erneut mannigfaltige Wechselbeziehungen eingehen.

Eine erhöhte Konzentration von Schimmelpilzen in der unmittelbaren Umwelt kann dem Menschen allerdings zum Verhängnis für Ihre Gesundheit werden. Bereits heute leiden mehr als eine Million Menschen in Deutschland an reiner Schimmelpilzallergie. Außerdem reagieren ungefähr 30% aller Allergiker auch auf Schimmelpilze allergen. Weitere Gesundheitsrisiken entstehen nicht zuletzt durch die Entzündung bzw. Vergiftung des menschlichen Organismus beim Verzehr von Schimmelpilzen. Menschen mit einem instabilen Immunsystem, Kinder und ältere Menschen sind hierbei besonders gefährdet. Konkret wirkt sich Schimmelpilzallergie, Entzündung und Vergiftung durch Schimmelpilze beispielsweise in Dauerschnupfen, Asthma bronchiale oder Fieber aus. Auch kleine Entzündungen auf der Haut können auftreten, die dann nicht dauerhaft mit Kosmetik behandelt werden können. Eine typische Erkrankung durch Schimmelpilze stellt die sogenannte „Farmerlunge“ dar: Es kommt zu einer Entzündung der Lungenbläschen, die sich in Atembeschwerden, Husten und Fieber äußert. Bei unzureichender Behandlung können diese Symptome zu einer Vernarbung des Lungengewebes und zu Herzbeschwerden führen.  

Die Ursache für die zunehmende Ausbreitung von Schimmel liegt in der Veränderung der Bauweise und der Nutzung von geschlossenen Räumen. Unter den Erfordernissen der Energieeffizienz mangelt es in immer mehr Wohn- und Arbeitsräumen an geeigneten Lüftungseinrichtungen. Die ungelüfteten warmen Räume nehmen übermäßig viel Feuchtigkeit auf. Schimmelpilze entstehen aus sogenannten Schimmelpilzsporen, die überall in der Luft in einer bestimmten Konzentration vorhanden sind. Sie können sich aber nur auf feuchten Oberflächen zu Schimmelpilzen "entfalten". Somit stellen feuchte Innenräume den idealen Nährboden für die Ausbreitung der Schimmelpilze dar. Klimaanlagen begünstigen zusätzlich den Schimmelbefall, da sie warme Oberflächen besitzen und die Schimmelsporen verstärkt verteilen.

Der Schimmelpilzbefall des Innenraums wird aufgrund ihrer in der Regel verdeckten Lage oft nicht bemerkt. Dies erschwert zusätzlich die adäquate Erkennung und Behandlung bestimmter Krankheitssymptome. Umso wichtiger erscheint die vorsorgende Minderung des Risikos, an Schimmelpilzen zu erkranken. Grundsätzlich sollten keine Lebensmittel, die vom Schimmel befallen sind, verzehrt werden. Ausnahmen bilden schimmelgereifte Käsesorten, deren Verzehr im vernünftigen Maße keine Gefahr darstellt. Generell gilt: Je flüssiger das Lebensmittel, desto schneller können sich der Schimmel und seine Toxine darin ausbreiten.

Zu der effektivsten Vorsorge gegen Schimmelpilzerkrankungen gehört das „gesunde“ Wohnen und Arbeiten in Innenräumen. Besonders Allergiker sollten den möglichen Schimmelbefall ihrer Wohn- und Arbeitsräume untersuchen. Gegebenfalls müssen Fachkräfte zur Entfernung des Schimmels herangezogen werden. Eine oberflächliche Behandlung der betroffenen Stellen stellt nur eine vorübergehende Lösung dar. Auf gar keinen Fall dürfen hierbei Schimmelbekämpfungsmittel (Fungizide) eingesetzt werden! Diese Gifte sind sowohl für Menschen als auch für Tiere gesundheitsschädlich. Am besten lässt man es aber gar nicht so weit kommen: In gut gelüfteten, nicht übermäßig beheizten Räumen wird der Ausbreitung von Schimmelpilzen die Grundlage entzogen.