Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von psychisch bedingten Erkrankungen betroffen. Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie treten in dieser Altersgruppe überproportional häufig auf. Die Eltern der jungen Patientinnen stehen einer großen Herausforderung gegenüber, die sie nur mit professioneller Hilfe durch Ärzte und Psychotherapeuten bewältigen können. Zusätzlich ist es sinnvoll sich selbst über die Ursachen, Symptome und Folgen der Essstörung zu informieren, mit dem fachlichen Hintergrundwissen steht man vielen Alltagssituationen weniger hilflos gegenüber.

Wie entsteht die Magersucht?

Mediziner betrachten die Magersucht als seelisch bedingte Essstörung, neben den psychischen Faktoren spielt offensichtlich aber auch die Genetik eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung. Bei eineiigen Zwillingen stieg die Krankheitswahrscheinlichkeit des gesunden Kindes deutlich an, wenn das andere Kind bereits an Magersucht erkrankt war. Bei genetisch unterschiedlichen, zweieiigen Zwillingen war dieser Zusammenhang nicht nachzuweisen.

Magersüchtige Patientinnen weisen überdurchschnittlich oft ähnliche Verhaltensweisen und psychische Probleme auf. Die Betroffenen leiden häufig unter einem geringen Selbstwertgefühl und gelten in ihrer Umgebung als musterhaft und angepasst. Sie selbst empfinden ihr Leben oft als fremdbestimmt und haben große Ängste vor dem Erwachsen werden. Des Weiteren scheint das Streben nach körperlicher Perfektion der Krankheit Vorschub zu leisten. Viele Betroffenen eifern dem krankhaften Schönheitsideal von Models nach und versuchen die Anerkennung von Freunden durch einen makellos schlanke Figur zu erhalten.

Wie äußerst sich die Magersucht?

Das auffallendste körperliche Symptom ist die starke Abmagerung. Durch den Nährstoffmangel neigen die Patientinnen zu Kälteempfindlichkeit, Schwindel, Kreislaufschwäche, Blutarmut, Erschöpfungszuständen und Infektanfälligkeit. Auf die Dauer wird der Körper so stark ausgezehrt, dass die inneren Organe Schaden nehmen können. Die Erkrankung geht mit einigen auffälligen Verhaltensänderungen einher. Die Patientinnen vermeiden beispielsweise gemeinsame Mahlzeiten, kaschieren ihre Abmagerung durch dicke Kleidung, missbrauchen Abführmmitel und ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück.