Die Infektionskrankheit Borreliose ist auch unter den Bezeichnungen Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit bekannt, denn erstmals traten in Lyme, einem Ort im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut, verstärkt Gelenkentzündungen als Folge von einem Zeckenbiß auf.

Zecken gelten als Überträger gefährlicher Bakterien, der Borrelien. Nicht jede Zecke ist mit Borrelien infiziert, aber die Tendenz ist steigend. Es wird angenommen, dass mittlerweile in Europa jede fünfte Zecken Borrelien in sich trägt. Beißt die Zecke Mensch oder Tier, gelangen die Borrelien über die Zecke in die Wunde und in den Blutkreislauf des Wirts. Je eher eine Zecke bemerkt und von der Haut entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, an Boreliose zu erkranken. Ein Indiz dafür, dass Borrelien in den Körper gelangt sind, ist die so genannte Wanderröte. Rund um die Stichstelle breitet sich auf der Haut ein roter Fleck aus, der sich im Laufe der Zeit vergrößert und im Zentrum meist heller ist als im Außenbereich. Merkmale einer Borrelioseinfektion können Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Entzündungen der Gelenke und angeschwollene Lymphknoten sein.

Jedoch können Erkrankungen auch symptomlos verlaufen. Unbehandelt tritt die Erkrankung nach der Lokalinfektion in das nächste Stadium über. Der Erreger streut und nach Wochen oder sogar Monaten kann es zu Nervenschmerzen, Lymphknotenschwellungen, mitunter auch Gefühlsstörungen oder Lähmungen kommen. Besonders gefährlich ist es, wenn durch die Borrelien das Herz in Mitleidenschaft gezogen wird. Nicht selten sind die Bakterien verantwortlich für Herzbeutel- oder Herzmuskelentzündungen.

Selbst Jahre nach der eigentlichen Infektion können Spätfolgen eintreten. In erster Linie sind hier Gelenkentzündungen zu nennen, die vor allem die Kniegelenke betreffen. Borreliose wird diagnostiziert anhand der typischen Symptomatik und durch entnommene Blutproben. Behandelt wird eine Infektion durch die Gabe von Antibiotika, dabei gilt, dass die Therapie umso erfolgreicher ist, je eher sie einsetzt. Kann Borreliose schnell diagnostiziert und behandelt werden, bestehen gute Chancen, dass die Krankheit ohne Folgen und vollständig ausheilt.

Bei der anderen durch Zecken übertragenen Krankheit, der FSME kann der Verlauf schwerwiegender sein, allerdings gibt es die Möglichkeit, sich mit einer Impfung vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis zu schützen.