Die grundlegende Aufgabe eines Fernglases besteht darin, weiter entfernt liegende Objekte für den Betrachter vergrößert darzustellen. Bei Ferngläsern im Speziellen handelt es sich dabei um Binokulare, was bedeutet dass zwei separate von einander unabhängige Strahlengänge existieren. Dadurch wird im Gegensatz zu einem normalen Fernrohr eine verbesserte räumliche Wahrnehmung der betrachteten Objekte ermöglicht.

Ferngläser existieren in unterschiedlichen Ausführungen und Bauweisen. Zum einen wären da einfachere Varianten der optischen Realisierung, wie sie zum Beispiel bei Theatergläsern eingesetzt werden. In diesem Fall wird das Prinzip des Galilei-Fernrohrs genutzt, welches in jedem Strahlengang eine konvexe Sammellinse als Objektiv und eine konkave Zerstreuungslinse als Okular zur Projektion nutzt.

Eine etwas aufwendigere Konstruktionweise hingegen erfordert die Familie der Prismenferngläsern, welche auf dem Kepler-Fernrohr-Prinzip basieren. Im Gegensatz zu dem vorher beschriebenen Aufbau kommen hier zwei konvexe Sammellinsen zum Einsatz, was in einem auf dem Kopf stehenden Bild resultiert. Dieser Umstand kann allerdings durch den Einsatz von speziellen Prismen oder beispielsweise einer dritten Sammellinse durch eine erneute Drehung des Bildes bereinigt werden.

Im Bereich der Prismenferngläser herrschen zwei unterschiedliche Bauformen vor. Das historisch betrachtet zuerst entwickelte Porro-Prismen-Fernglas, welches sich durch eine etwas breitere Bauweise der Objektive auszeichnet, da der Strahlengang im Verlauf vom Objektiv zum Okular umgeleitet wird. Ein Vorteil dieser breiteren Bauweise ist eine bessere dreidimensionale Darstellung der vergrößerten Objekte. Das modernere Dachkant-Prismen-System dagegen zeichnet sich durch einen geradlinigen Strahlenverlauf aus und resultiert somit in einer deutlich kompakteren Bauweise. Allerdings ist die Konstruktion dieser Fernglas Variante auch etwas aufwendiger, was sich vor allem auch preislich niederschlägt.