Wer als Arbeitnehmer immer wieder zur Arbeitsagentur geht, ohne dabei früher oder später Erfolg zu haben bei der Jobsuche, landet möglicherweise irgendwann bei einer der vielen Zeitarbeitsfirmen. Von diesen gibt es inzwischen hierzulande in jeder Großstadt einen Ableger, während vor Jahren vor allem Anbieter wie Ranstadt mit Angeboten für Zeitarbeit den Markt bestimmten. Heute gibt es viele private Arbeitsvermittler, die Arbeitnehmer vertraglich an sich binden und in Zeitarbeit an andere Betriebe und Unternehmen ausleihen.
Doch genau dies war im Zuge der Wirtschaftskrise der springende Punkt und Stein des Anstoßes. Denn während Firmen ihre Angestellten in Kurzarbeit schicken konnten, musste sich die Bundesregierung mit der Frage befassen, inwieweit auch für Unternehmen im Bereich der Zeitarbeit einen Anspruch auf das Modell der Kurzarbeit haben könnten. Das Problem liegt nach Einschätzung von Experten darin, dass Unternehmen, die Zeitarbeit anbieten, genau für diese Risiken haften müssen.
Wenn Mitarbeiter zeitweise nicht vermittelbar sind, sollten im Grunde die beschäftigenden Unternehmen für die Fixkosten der Arbeitnehmer aufkommen. Überbrückt werden könnte die Ruhephase beispielsweise mit Weiterbildungsmaßnahmen oder Beschäftigung in anderen Bereichen, die bei Zeitarbeit von der Krise weniger stark betroffen sind. Die Zeiten, in denen Mitarbeiter in Zeitarbeit mit Hungerlöhnen nach Hause gehen mussten, sind in weiten Teilen übrigens inzwischen vorbei. So wurden erst kürzlich im Rahmen der Tarifvereinbarungen für Maler und Lackierer Vereinbarungen zu einem sinnvollen Mindestlohn getroffen, die auch für Zeitarbeit Mitarbeiter Gültigkeit haben werden.
Eingetragen am: Donnerstag, 10. September 2009 | Kategorie: Arbeit & Beruf.