Bestimmte Pflanzen, die Zeigerpflanzen, reagieren auf veränderte Lebensbedingungen nur wenig tolerant. Sie kommen deshalb fast ausschließlich dort vor, wo sie optimale Bedingungen für ihr Wachstum vorfinden. Das betrifft insbesondere die Bodenbeschaffenheit.
Zeigerpflanzen oder Indikatorpflanzen geben beispielsweise Aufschluss darüber, ob der jeweilige Boden sauer, alkalisch, feucht, verdichtet, stickstoffarm oder –reich ist. So finden sich Brennnesseln auf stickstoffreichen Böden ebenso wie Kerbel oder Melde. Die Hundkamille bevorzugt im Gegensatz dazu einen stickstoffarmen Boden. Die Vogelmiere mag alkalische Sandböden. Das Vorkommen von Ackerschachtelhalm, Ackerminze, Breitwegerich oder Huflattich kennzeichnet einen nassen, verdichteten Boden. Der Rote Fingerhut liebt vor allem Kalium und Magnesium. Kalkreiche Böden wissen Ackerglockenblume, Rittersporn, Klatschmohn, Leberblümchen oder Wegwarte zu schätzen.
Oft ist das Vorkommen von Zeigerpflanzen typisch für einen bestimmten Standort. Denn sie sind optimal an die jeweiligen Bedingungen angepasst. Trotzdem gibt es aber auch einige Indikatorpflanzen, die nicht nur auf einen Bodentyp spezialisiert sind, sondern auch andernorts vorkommen können. Der Löwenzahn ist ein Beispiel dafür. Er zeigt einen kalkreichen Boden an, gedeiht auf humusreichem Boden und auch auf feuchtem, verdichtetem Boden. Um die Eigenschaften von Gartenböden zu bestimmen, ist es daher ratsam, neben dem Pflanzenbewuchs noch andere Parameter zu berücksichtigen. Trotzdem sind viele Zeigerpflanzen bei der Bestimmung der Bodenbeschaffenheit hilfreich.
Eingetragen am: Montag, 25. Januar 2010 | Kategorie: Pflanzen.