Sowohl als Frischpflanze als auch in Heu oder Silage ist das Jakobskreuzkraut für Weidetiere stark giftig. Der Verzehr führt unter anderem zu Leberschäden, je nach Tierart und Menge der aufgenommenen Giftstoffe sogar zum Tod. Ältere Pflanzen werden in der Regel gemieden, denn sie haben einen unangenehmen Geschmack. Jungpflanzen besitzen diese Bitterstoffe über einen mehrwöchigen Zeitraum hinweg noch nicht. Trotzdem sind sie bereits giftig und damit gefährlich für Weidetiere.
Kommt das Jakobskreuzkraut in großen Mengen auf den Weideflächen vor und besteht infolge von Überweidung nur ein geringes Nahrungsangebot, treten Vergiftungen relativ häufig auf. Vor allem in der letzten Zeit hat sich das Jakobskreuzkraut stark verbreitet. Eine Ursache wird in der extensiven Landbewirtschaftung gesehen. Auf Brachen, Stilllegungsflächen und Ödland, aber auch auf mageren Weiden gedeiht das Kraut sehr gut, da es eher anspruchslos ist. Eine einzelne Pflanze kann tausende Samen bilden, die durch Wind oder maschinelle Bewirtschaftung weiter verbreitet werden. Deshalb ist es notwendig, das Absamen von Giftpflanzen auf der Weide zu verhindern.
Zwischen Juni und August blüht die Pflanze, erkennbar an ihren goldgelben Blütenständen. Häufiges Mähen hat sich im Kampf gegen die Giftpflanze nicht bewährt. Im Gegenteil, das Jakobskreuzkraut treibt durch die Mahd nur noch stärker aus. Stattdessen ist der Graswuchs zu fördern, weil Gras als natürlicher Konkurrent der Giftpflanze gilt. Um Jakobskreuzkraut von Weiden zu entfernen, kann man es mechanisch beseitigen. Dazu wird die gesamte Pflanze – auch die Wurzel! – ausgegraben bzw. ausgestochen. Denn bleibt die Wurzel im Erdreich, kann die Pflanze wieder austreiben. Anschließend muss das Kraut von der Weide geräumt werden, weil es ansonsten von den Tieren gefressen wird, denn im trockenen Zustand verliert das Jakobskreuzkraut seinen unangenehmen Geschmack, nicht jedoch seine Giftstoffe.
Eingetragen am: Sonntag, 31. Januar 2010 | Kategorie: Haustiere.