Pferde haben bestimmte Bedürfnisse. Artgerecht kann Pferdehaltung nur dann sein, wenn möglichst viele dieser natürlichen Bedürfnisse abgedeckt werden. Als Herdentiere benötigen sie die Gesellschaft von Artgenossen. Bei der Boxenhaltung ist der Kontakt zu anderen Pferden eher eingeschränkt, denn die Tiere sind durch Trennwände voneinander separiert. Anders verhält es sich bei der Robusthaltung. Hier können untereinander verträgliche Pferde ständig miteinander interagieren, kommunizieren oder soziale Fellpflege betreiben.

Auch in anderer Hinsicht verspricht die gemeinsame Haltung auf der Weide Vorteile. Pferde haben einen großen Bewegungsdrang. Wenn sie tagsüber und nachts im Stall stehen, können sie ihr Bewegungsbedürfnis nur unzureichend ausleben, selbst wenn sie ein oder zwei Stunden geritten werden. Auf der Weide haben sie die Möglichkeit, ständig kleinere Futterrationen aufzunehmen und bewegen sich dabei. Vor allem wenn verschiedene Funktionsbereiche wie Liegestätten, Futterstände und Wasserstellen räumlich voneinander getrennt sind, animiert das die Tiere, sich viel zu bewegen. Auch wenn die Pferde einige Tage nicht geritten oder longiert werden, ist das kein Problem, denn sie können sich selbst Bewegung verschaffen.

Die Weidehaltung ist für Pferde darüber hinaus abwechslungsreich. Ständig werden sie mit neuen Umweltreizen konfrontiert. Da viele Verhaltensstörungen durch unangemessene Haltungsbedingungen und Langeweile verursacht werden, ist es nicht verwunderlich, dass bei der Robusthaltung kaum auffälliges Verhalten auftritt. Die Tiere sind ausgeglichen und zufrieden. Zum Schutz vor der Witterung benötigen auch Weidepferde einen trocknen und zugfreien Unterstand oder Stall, der regelmäßig gereinigt werden muss. Um Pferde vor Giftpflanzen wie dem Jakobskreuzkraut zu schützen, sollte die Weide regelmäßig danach abgesucht werden und nötigenfalls die Pflanzen mit den Wurzeln entfernt werden.