Nicht jedes auffällige Verhalten bei unseren Pferden ist immer eine Verhaltensstörung. Es gibt echte Verhaltensstörungen, aber auch unerwünschte Verhaltensweisen bzw. so genannte Untugenden. Letztere provozieren Pferdehalter oft selbst, indem sie nicht immer angemessen mit ihren Vierbeinern umgehen. Häufiges Verabreichen von Leckerli aus der Hand kann beispielsweise dazu führen, dass das Tier ständig bettelt oder sogar beißt.

Ist die Rangordnung zwischen Halter und Pferd zudem nicht eindeutig geklärt, nimmt sich das Tier gern auch Freiheiten heraus. Nichtgehorchen, Sturheit, mitunter sogar Aggressivität sind die Folge. Doch auch hier muss man differenzieren. Aggressionen gegen die Umwelt und andere Auffälligkeiten können mitunter auch Ausdruck von körperlichen Erkrankungen sein. Darum ist es wichtig, zunächst organische Krankheiten auszuschließen.

Verhaltensauffällige Pferde zeigen bestimmte Verhaltensweisen, die in ihrer Intensität und Häufigkeit vom arttypisch gezeigten Verhalten abweichen. Echte Verhaltensstörungen sind nicht nur ein psychisches Problem, sondern können auch körperliche Schäden zur Folge haben, zum Beispiel Hautverletzungen bei übermäßigem Scheuern, Abnutzung der Zähne durch Barrenwetzen oder Koliken infolge von Sandfressen.

Langeweile bedingt durch eine reizarme Umgebung führt in vielen Fällen zu Verhaltensauffälligkeiten wie Stereotypien – zum Beispiel Weben – oder sonstigen Problemen. Mangelnde Bewegung, zu wenig Raufutter und eine isolierte Haltung fern von Artgenossen sind Faktoren, die oft für die Ausbildung von Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sind. Deshalb ist es notwendig, die Haltungsbedingungen zu verbessern und sie den Grundbedürfnissen des Pferdes anzupassen. Oft werden dadurch unerwünschte Verhaltensweisen beim Pferd reduziert oder vollständig unterbunden.

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Eingetragen am: Sonntag, 31. Januar 2010 | Kategorie: Haustiere.