Am Anfang der berühmten Bergpredigt Jesu Christi, die im Matthäusevangelium verzeichnet ist, stehen die sogenannten Seligpreisungen. Es handelt sich um Aufzählungen in Versform, wobei jeder Vers mit den Worten beginnt „Selig sind…“. Insgesamt neun Mal wird auf diese Weise ein Vers begonnen. Ein Beispiel: „Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“ (Matthäus 5,8).
Die Seligpreisungen sind ursprünglich an die Jünger Jesu gerichtet. In ihrem Kreise verkündete er sie ihnen. Aber natürlich habe sie auch für die ganze Menschheit Bedeutung. Oft werden die Seligpreisungen als kontrovers betrachtet, auch weil sie tiefe Nachdenklichkeit erzeugen. Denn in ihnen findet eine totale Umkehrung der unter Menschen üblichen Handelsweisen statt. Wo es in unserer Gesellschaft oft auf die richtigen Ellebogen ankommt, sagt Jesus: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.“ (Matthäus 5,5). Und wo es in der Wissensgesellschaft nach dem Motto „Wissen ist Macht“ geht, heisst es in den Seligpreisungen: „Selig sind die, die geistlich arm sind, denn ihrer ist das Himmelreich“ Matthäus 5,3).
Diese sicher nicht allzu populären Aussagen setzt Jesus in der Bergpredigt fort, wenn er beispielsweise sagt: „Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dem biete ihm auch die linke dar“. Das ist etwas, dass wir uns im Grunde kaum vorstellen können. Und sicherlich schafft es nicht einmal der beste Christ, diese Gebote Jesu auch immer völlig einzuhalten. Die sündige, menschliche Natur ist dazu gar nicht im Stande. Aber das ändert nichts an der Wahrhaftigkeit der göttlichen Gebote. Gott ist sicherlich barmherzig und er weiss um der Menschen Schwachheit. Aber er ist auch heilig und vollkommen und stellt seine Gebote nicht aus Spaß auf. Gerade in der Zeit von Weihnachten erinnern wir uns an das große Wunder, das zu Bethlehem geschah.
Die Seligpreisungen beziehen sich auf die Ausgestoßenen, die Verfolgten und Unterdrückten und auf die, die leiden müssen wegen ihres Glaubens. Diesen spricht Jesus seine Worte zu. Ihnen verheisst er gewissermaßen ausgleichende Gerechtigkeit. Ihnen sagt er den Lohn einst im Himmel zu.
Eingetragen am: Montag, 16. Oktober 2006 | Kategorie: Glaube.