In Deutschland ist der Goldpreis der endgültige Kaufpreis für Goldbarren und Goldmünzen. Eine Mehrwertsteuer fällt nicht an. Im Unterschied dazu müssen Sie beim Kauf physischen Silbers, Platins oder Palladiums auf den jeweiligen Metallpreis noch die Mehrwertsteuer aufschlagen. Über diesen Unterschied, den man sich als Anleger zum Vorteil machen kann, berichten auch viele Börsenbriefe.
Der Grund für diese vermeintlich ungerechte und unterschiedliche Behandlung ist, daß Gold als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt ist, Silber und Co. jedoch nicht. Daher ist Gold für uns Deutsche wesentlich günstiger als Anlagemetall, als die anderen Edelmetalle. Denn, wenn Sie beispielsweise als Privatperson einen Silberbarren kaufen, dann müssen Sie nicht nur die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis abschlagen (meist 7-12 %, je nach Händler), sondern auch noch 19 % Märchensteuer draufschlagen – und die bekommen Sie beim Verkauf nicht zurück.
Es gibt sowohl Silbermünzen, als auch Goldmünzen. Beide Metalle gelten bei uns in Deutschland als gute Wertaufbewahrungsmittel. Warum also diese Ungleichbehandlung?
Nun, Silber wird insbesondere in der Photoindustrie verwendet. Die industrielle Nutzung von Gold ist im Vergleich zur Nutzung als Anlageobjekt sehr gering, vom Silber werden jährlich große Mengen durch die Industrie verbraucht.
Dennoch ist Silber nicht gänzlich uninteressant für Anleger. Denn der Silberpreis unterliegt wesentlich stärkeren Preisschwankungen als der Goldpreis. Wenn der Goldpreis beispielsweise um 10 % ansteigt, steigt der Silberpreis im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 30 %. Für einen langfristig orientierten Anleger birgt das Silber also trotz der Märchensteuer die höhere Gewinnchance.
Eingetragen am: Dienstag, 20. November 2007 | Kategorie: Finanzen.