Bei Streifzügen durch heimische Buchenwälder in den Frühlingsmonaten fallen Spaziergängern kleine grüne Pflanzen auf, die oft in ganzen Teppichen unter den Bäumen wachsen und einen ganz besonderen Duft entfalten. Bei diesen Pflanzen handelt es sich um Maikraut oder den geläufigeren Namen Waldmeister. Für unsere Vorfahren hatte er magische Kräfte. So sollte er angeblich Hexen vertreiben können. Darüber hinaus wurde der Waldmeister als Heilmittel genutzt, denn er kann Krämpfe lösen und in geringen Dosen bestimmte Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit lindern. Als biologische Waffe hält er Motten von der Kleidung fern.

Heute wird Waldmeister hauptsächlich für die Zubereitung von Getränken und Desserts in der Küche genutzt. Dazu müssen die Pflanzen vor ihrer Blüte – Ende April bis Juni – gepflückt werden. Man verwendet nur die Stängel mit den daran befindlichen Blättern. Der Waldmeister sollte vor der Speisen- und Getränkezubereitung ungefähr einen Tag lang anwelken, damit er sein Aroma gut entfalten kann.

Hoch geschätzt wird von vielen die Waldmeisterbowle, die übrigens völlig unkompliziert zubereitet werden kann. In einen gekühlten und fruchtigen Weißwein legt man ein getrocknetes Sträußchen Waldmeister und entfernt es nach circa zwanzig Minuten wieder. Dem Wein kann noch Sekt oder Selters zugefügt werden, bei Bedarf zuckern. Doch Vorsicht: Nicht zu viel Maibowle trinken, denn die Pflanze enthält Cumarin. Dieser Stoff verursacht bei übermäßigem Genuss einen schweren Kopf.

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Eingetragen am: Sonntag, 07. Februar 2010 | Kategorie: Spirituosen.